logo hospiz leverkussen
 logo hospiz leverkussen

header pflege

Die Nummer für alle Fälle
0214 - 402169

Informationen für Fachkräfte

Was Sie als Ärztin/ Arzt oder Pflegefachkraft wissen möchten

Medikamente in der Palliativversorgung

Medikamente, die oft zur Symptomkontrolle verwendet werdenPDF 32

Hier finden Sie Informationen über Ihre Medikamente und ihren Einsatz in der Palliativmedizin. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihr Palliativteam oder Ihre behandelnden Ärzte.

Die meisten Mittel haben mehr als nur eine nützliche Wirkung auf den Menschen. Die Palliativmedizin weiß von vielen lange bekannten Stoffen, dass man mit ihnen auch andere Beschwerden sicher und wirksam behandeln kann als nur die Indikationen, für die sie ursprünglich eingesetzt wurden.

Manchmal kann es auch nützlich sein, Mittel in höherer oder niedrigerer Dosis einzusetzen als üblich. Die Hersteller der Medikamente müssen Dosierungen anbieten, wie sie in Studien verwendet worden sind. Manchmal schlagen erfahrene Ärztinnen und Ärzte aber vor, etwas andere Dosen einzusetzen, wenn sie spüren, dass bspw. Übelkeit dann besser zu lindern ist. Man kennt die eingesetzten Wirkstoffe seit vielen Jahren gut. Wir werden immer sorgfältig auf Nebenwirkungen prüfen und auch Ihnen deutlich sagen, worauf Sie achten können.

Man nennt den Einsatz von Medikamenten außerhalb der eigentlich zugelassenen Indikationen „Off Label Use“, für den es aber in der Palliativmedizin sehr viel Erfahrung und Empfehlungen in Lehrbüchern und anderer Literatur gibt.

Der Beipackzettel enthält Informationen über den Wirkstoff, seine Anwendungen und Nebeneffekte. Weil wir die Mittel aber oft zur Behandlung anderer Indikationen einsetzen, passen die Informationen im Beipackzettel nicht. Das kann manchmal beunruhigend wirken, weshalb wir diese zusätzliche Information anbieten.

Auch Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker wird vielleicht nicht wissen, wofür Ihnen diese Medikamente verschrieben worden sind.

Hier ist eine Auswahl der Medikationen, die Palliativärzte regelmäßig verwenden:

Haloperidol (z.B. Haldol®, Haloper®) und Levomepromazin (z.B. Neurocil®) gegen Übelkeit und/oder Erbrechen
Diese Mittel werden sonst in höherer Dosierung bei psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt. In jedem Fall sind sie in niedrigerer Dosis außerordentlich wirksam gegen Übelkeit und Erbrechen.

Pregabalin (z.B. Lyrica®) und Gabapentin (z.B. Neurontin®) gegen Nervenschmerzen
Die Mittel werden normalerweise Patienten mit Epilepsie gegeben. Sie helfen aber auch sehr gut bei Nervenschmerzen.

Amitriptylin (z.B. Saroten®) gegen Nervenschmerzen
In höheren Dosierungen werden diese Mittel verordnet, wenn der Patient unter Depressionen leidet. In niedrigen Dosierungen helfen sie aber gut, Nervenschmerzen zu lindern.

Morphin Tabletten oder Tropfen und Fentanyl Schmelztabletten (z.B. Abstral®) oder Nasenspray (z.B. Instanyl®) bei Luftnot
Mit Morphinen werden normalerweise starke Schmerzen behandelt, aber sie lindern Luftnot ebenfalls ganz hervorragend.

Lorazepam (z.B. Tavor®) gegen Luftnot
Lorazepam wird normalerweise zur Behandlung von Angst eingesetzt, hilft aber auch sehr gut bei Luftnot.

Dexamethason (z.B. Dexa®) Tabletten
Dexamethason ist ein Cortison-Präparat, das üblicherweise bei der Behandlung von Entzündungen oder allergischen Erkrankungen eingesetzt wird. Bei einigen Tumorarten ist es Bestandteil der Chemotherapie. Außerdem kann es aber Übelkeit und Erbrechen vermindern, bestimmte Schmerzen lindern, den Appetit verbessern und auch das allgemeine Wohlbefinden.

Weitere Informationen

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihre/n behandelnde Ärztin/ behandelnden Arzt oder Ihr Palliativteam.

27.03.2020